3. PR Tech Day
Mehr als 100 Kommunikationsprofis vor Ort und online, starke Impulse zu KI, GEO und datengetriebener Kommunikation – der 3. PR Tech Day in Wien hat gezeigt, wohin sich PR, Marketing und Social Media jetzt bewegen.
Wer wissen wollte, wie Künstliche Intelligenz die Kommunikationsbranche verändert und warum Generative Engine Optimization (GEO) dabei eine Schlüsselrolle spielt, bekam am 15. April 2026 jede Menge Antworten, Inspiration und konkrete Anwendungsbeispiele.
An diesem Tag versammelten sich in der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft in Wien über 100 Teilnehmende vor Ort und online, um gemeinsam einen Blick auf die neuesten Entwicklungen rund um KI in der Kommunikation, GEO-Strategien, Prompting, Reputation in KI-Systemen und digitale Marktforschung zu werfen. Organisiert wurde der 3. PR Tech Day vom CommClubs Bayern und »OBSERVER« Brand Intelligence.
Schon beim Auftakt wurde klar: Die Kommunikationsbranche steht an einem Wendepunkt. Wer heute sichtbar bleiben will, muss nicht nur Suchmaschinen verstehen, sondern a
GEO verstehen: Sichtbarkeit in der Welt der KI wird zum Erfolgsfaktor
Eröffnet wurde der PR Tech Day von Petra Lorenz, Präsidentin des CommClubs Bayern. Danach stieg René Detter direkt in eines der spannendsten Themen der Stunde ein: Generative Engine Optimization.
Sein Vortrag machte deutlich, warum GEO weit mehr ist als ein Buzzword. Denn während klassische SEO darauf abzielt, in Suchmaschinen gut gefunden zu werden, geht es bei GEO darum, in Antworten von KI-Systemen präsent zu sein. Für Unternehmen, Marken und Kommunikationsabteilungen ist das ein echter Paradigmenwechsel.
Direkt daran knüpfte Saugaat Narula, KI-Consultant bei Ketchum, an. Er zeigte praxisnah, wie sich GEO-Erkenntnisse konkret in Kommunikationsstrategien integrieren lassen. Die Botschaft war eindeutig: Wer Inhalte heute strategisch plant, muss mitdenken, wie diese Inhalte von KI-Modellen interpretiert, verarbeitet und ausgespielt werden.
Aus der Praxis: So wird GEO in Agenturen bereits genutzt
Wie weit das Thema bereits in der Praxis angekommen ist, zeigten auch Moritz Arnold und Valerie Pechhacker von Grayling. Sie präsentierten den eigens entwickelten GEO Reputation Index – ein spannender Ansatz, mit dem Kund:innen ihre Sichtbarkeit in KI-basierten Systemen gezielt steigern können.
Gerade für PR- und Kommunikationsverantwortliche ist das ein wichtiger Impuls. Denn es reicht längst nicht mehr, nur in klassischen Medien oder auf den eigenen Kanälen stark präsent zu sein. Entscheidend wird zunehmend auch, wie gut eine Marke in generativen Umgebungen auffindbar und einordenbar ist.
Vor der Kaffeepause richtete Mathias Lipp-Rosenthal den Blick auf aktuelle Entwicklungen bei KI-Assistenten und deren Einsatz in der Kommunikationsarbeit. Dabei wurde deutlich, wie stark sich Arbeitsweisen bereits verändern – von der Recherche über Content-Prozesse bis hin zur strategischen Planung.
„KI ist kein Taschenrechner“: Warum menschliche Kontrolle unverzichtbar bleibt
Nach der Pause bekam das Event noch einmal eine bewusst kritische Perspektive. Helmut Niessner sprach über Sicherheitsaspekte automatisierter Systeme und erinnerte daran, dass technologische Begeisterung immer auch Verantwortung braucht.
Seine Aussage brachte es auf den Punkt:
„Man darf KI nicht mit einem Taschenrechner vergleichen, der immer zu 100 % die richtigen Ergebnisse liefert. Die Kontrolle durch den Menschen bleibt entscheidend, um Fehler und Halluzinationen durch KI korrigieren zu können.“
Gerade in Kommunikationsabteilungen ist dieser Hinweis zentral. Denn KI kann Prozesse beschleunigen, Ideen liefern und Analysen unterstützen – aber sie ersetzt keine professionelle Einordnung. Wer mit KI arbeitet, braucht kritisches Denken, klare Qualitätskontrollen und ein gutes Gespür für Risiken.
Prompts, Monitoring und neue Kommunikationsrealitäten
Ein besonders spannender Einblick kam von Stephan Ifkovits, Marketingleiter bei »OBSERVER«. Er zeigte, welche Prompt-Arten Unternehmen und Agenturen aktuell besonders häufig beobachten lassen. Dadurch wurde sichtbar, welche Themenfelder in der KI-gestützten Kommunikation gerade besonders relevant sind und wie sich Informationsbedürfnisse verändern.
Für alle, die in PR, Marketing oder Social Media Verantwortung tragen, ist das hochrelevant. Denn wer versteht, welche Fragen Nutzer:innen an KI-Systeme stellen, kann Inhalte, Botschaften und Kommunikationsstrategien viel gezielter darauf ausrichten.
Anschließend stellten Maximilian Heske und Jan Ritter von digiknall neue Ansätze zur Bewertung digitaler Kommunikation vor. Ihr Modell zur Werbewertberechnung von Social-Media-Aktivitäten zeigte, dass sich auch in der Erfolgsmessung neue Standards entwickeln. Gerade im Zusammenspiel mit datengetriebenen Kommunikationsansätzen wird deutlich: Die Zukunft gehört denjenigen, die Wirkung nicht nur erzeugen, sondern auch sauber belegen können.
KI und Verantwortung: Warum inklusive Daten und bewusstes Prompting so wichtig sind
Einen besonders wichtigen gesellschaftlichen Akzent setzten Anja Teßmann und Julie Teßmann von SISTERHOOD Berlin. Ihr Thema: Stereotype und Diskriminierung in KI-Trainingsdaten.
Sie machten deutlich, dass KI-Systeme nie losgelöst von den Daten betrachtet werden dürfen, mit denen sie trainiert wurden. Verzerrungen, Ausschlüsse und stereotype Darstellungen können sich in Ergebnissen fortsetzen – mit realen Auswirkungen auf Kommunikation, Sichtbarkeit und gesellschaftliche Wahrnehmung.
Ihr Appell für bewusstes, inklusives Prompting sowie den Einsatz alternativer Modelle wie COCO war deshalb mehr als nur ein technischer Hinweis. Er war eine Einladung, KI nicht nur effizient, sondern auch verantwortungsvoll einzusetzen.
Der Blick nach vorn: KI-getriebene Marktforschung und digitale Zwillinge
Zum Abschluss der Vortragsreihe richteten Florian Laszlo, Geschäftsführer von »OBSERVER«, und Oliver Vogel von Digital Twin Consulting den Blick auf die Zukunft der Marktforschung.
Ihr Ausblick auf digitale Zwillinge als KI-basierte Panels zeigte eindrucksvoll, wie sich Markterhebungen verändern könnten: schneller, kontinuierlicher und kosteneffizienter. Für Unternehmen eröffnet das neue Möglichkeiten, Zielgruppen besser zu verstehen und Entscheidungen datenbasiert zu treffen – mit deutlich höherer Agilität als in klassischen Forschungsansätzen.
Networking, Austausch und viele neue Denkanstöße
Nach den Fachvorträgen diskutierten die Speaker im Panel den idealen KI-Workflow in der Kommunikationspraxis. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass die spannendsten Entwicklungen derzeit nicht in einzelnen Tools liegen, sondern im intelligenten Zusammenspiel aus Technologie, Strategie und menschlicher Expertise.
Während der Livestream für die Online-Teilnehmenden um 19:30 Uhr endete, ging der Austausch vor Ort noch lange weiter. Bei Food & Drinks wurde diskutiert, vernetzt und weitergedacht – genau so, wie man es sich von einem Event wünscht, das Zukunft nicht nur beschreibt, sondern erlebbar macht.
Auch Stephan Ifkovits zog ein positives Fazit:
„Es war uns eine Freude, mit so vielseitigen Expert:innen die neuesten technologischen Entwicklungen in der Kommunikationsbranche zu besprechen. Unser Dank gilt allen Teilnehmenden vor Ort sowie online für ihr großes Interesse und die engagierten Diskussionen.“
PR Tech Day zeigt: GEO, KI und datengetriebene Kommunikation sind gekommen, um zu bleiben
Der 3. PR Tech Day in Wien hat eindrucksvoll gezeigt, wie rasant sich die Kommunikationsbranche verändert. Generative Engine Optimization, KI-gestützte Kommunikation, Prompt-Strategien, Reputationsmanagement in KI-Systemen und digitale Forschung sind keine Zukunftsmusik mehr. Sie sind längst Teil der neuen Realität.
Für dich heißt das: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um dich mit diesen Entwicklungen intensiv auseinanderzusetzen. Denn wer die Spielregeln der KI versteht, kann nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch die Sichtbarkeit und Relevanz der eigenen Marke aktiv mitgestalten.
Und die gute Nachricht ist: Die nächste Gelegenheit zum Austausch steht schon fest. Der 4. PR Tech Day findet am 6. Oktober 2026 in Nürnberg statt.
Wer also auch künftig vorne mitspielen will, sollte sich diesen Termin schon jetzt vormerken.
LEADERSNET , MEDIANET berichten.