Was bedeutet die EURO für die PR?

28

Mai

2008

Öffentlichkeitsarbeit in Zeiten der Fußballeuropameisterschaft.Axel Zuschmann (Ecker & Partner), Elisabeth Muth (Courage PR), Christoph Edelmann (Accedo), Peter Aigner (Aigner PR) und Peter Sitte (alphaaffairs) erzählen wie sie mit der EURO 2008 aus Sicht des PR-Beraters umgehen und ob sie ihren Kunden empfehlen, während der fast ausschließlich auf Fußball fokussierten Zeit auf PR zu verzichten.

Wenn vom 7. bis zum 29. Juni 2008 in den beiden Gastgeberländern Österreich und Schweiz 16 Mannschaften die Fußballeuropameisterschaft unter sich ausmachen, dann dreht sich Österreich drei Wochen alles um König Fußball. Alle anderen Themen werden sich während des nach der Fußballwertmeisterschaft und den Olympischen Spielen drittgrößten Sportgroßereignisses hinten anstellen müssen. Harte Zeiten also für PR-Agenturen, die für ihre Kunden trotzdem Themen platzieren sollen. Wir wollten von leitenden Mitarbeitern von fünf PR-Agenturen wissen, ob Sie während der EURO 2008 auf Urlaub gehen, in besagter Zeit gänzlich auf PR verzichten wollen oder gerade diese Phase nutzen wollen, um für ihre Kunden Wind zu machen.

Ausklinken oder dabei sein

Elisabeth Muth, Geschäftsführerin und Gründerin der Wiener Courage PR ist durchaus bewusst, dass es „relativ schwierig ist, in der Sportpresse mit anderen Themen hineinzukommen“ Aber: „In der Lifestyle-Presse haben wir das Glück, das unsere Kunden größtenteils auf die EURO 08 setzen: etwa New Yorker Fashion, die ein eigenes EURO-Outfit designt haben, Toshiba Laptops, die Kooperationen während der EURO 08 in Wien laufen haben, Interwetten, für die die EURO natürlich ein wichtiger Teil ihres Sportwetten-Portfolios ist.“ Andere Kunden der Agentur wiederum „wissen um die Problematik und klinken sich während der EURO 08 total aus“. So finden während der drei Wochen im Juni auch „keine Veranstaltungen unserer Kunden“ statt: „Wir haben das alles auf Anfang September verschoben. Also – im Grunde genommen – kommt man mit anderen Themen nur schwierig durch.“

Feld für sportaffine Themen aufbereitet

Auch Peter Aigner von der Agentur Aigner PR weiß zu berichten, dass seine Kunden „in dieser Zeit – es handelt sich dabei immerhin um das größte Sportereignis, das jemals in Österreich stattgefunden hat – ihre Aktivitäten etwas reduzieren, da es schwieriger ist, bei den Medien mit anderen Themen durchzukommen“. Aigner sieht’s allerdings sportlich: „Wenn man, wie in unserem Fall, das Glück hat, fußballaffine Kunden wie den SK Rapid oder ÖFB-Merchandising-Partner Mitraco zu betreuen, hat man in dieser Zeit den Vorteil, dass das Thema Fußball bereits aufbereitet ist und man für Inhalte in diesem Umfeld noch leichter Gehör findet.“

Keine Events während Top-Spielen

Aus der Sicht von Axel Zuschmann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ecker & Partner, hat es „natürlich Sinn, während der EURO 08 PR zu treiben. Ich halte nichts von der Hysterie rund um die EURO und den angeblichen Kommunikations-Overkill.“ Denn: „Vielen Österreichern reicht der Rummel schon jetzt, sie blenden die EURO geistig schon aus, bevor sie begonnen hat. Gerade deshalb ist Platz für andere Inhalte. Und dass hat nichts damit zu tun, dass man sich nicht gerne ein gutes Match ansieht.“ Zuschmann glaubt also nicht, dass während der EURO 08 in Sachen PR gar nichts geh, empfiehlt aber: „PR ja, aber Events oder Presseveranstaltungen nicht gerade dann ansetzen, wenn die spannenden Spiele laufen. Die Medien und deren Konsumenten werden es Ihnen danken.“

Die Zeit nach der EURO geschickt nutzen

Auf „intelliegents Story-Placement während der EURO 08“ setzt Peter Sitte, Geschäftsführer der Agentur alphaaffairs und deren Head of PR. „EURO, olympische Spiele und ähnliche Sportgroßeriegnisse sind nicht nur singuläre Sport-Ereignisse sondern auch Themen-Ereignisse. Kommunikation – ob Corporate oder Produktkommunikation – wird heute strategisch geplant. Das heißt im besten Fall profitieren unsere Kunden von der EURO durch intelligentes Story-Placement.“.  Als Beispiel nennt Sitte „einen im Auftrag eines sehr prominenten Kunden aus dem Finanzbereich auf spielerische Art und Weise gelaunchten EU-Ländervergleichs“.
Besonderes Augenmerk legt Sitte allerdings auf die Zeit unmittelbar nach der EURO. „Wir raten unseren Kunden dazu, die Zeit nach der EURO für spezielle PR-Aktivitäten zu nutzen. Aber gerade für das Netzwerken oder einfach das gemeinsame Feiern mit Geschäftspartnern wird die EURO Anlass genug bieten, um die Private Relations zu pflegen.“

 

Kommentar hinterlassen