VÖZ launcht Kampagne zum Tag der Pressefreiheit

06

Mai

2013

Anlass für die Sujets waren laut VÖZ-Präsident Thomas Kralinger die medialen Irrlichter rund um das Boston-Attentat.

Den diesjährigen Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai nimmt der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) zum Anlass, mit einer Kampagne die Bedeutung von unabhängigen Zeitungen und Magazinen für die Wahrung der Pressefreiheit hervor zu streichen. Kralinger fordert auch ein „Österreich Programm“ für heimische Inhalte. „Wenngleich Soziale Medien Möglichkeiten des Meinungsaustausches bieten und Suchmaschinen Werkzeuge zur Informationsbeschaffung sind, können sie keine objektive Information gewährleisten oder gar die ‘Watchdog‘-Funktion der freien Presse ersetzen“, zeigte sich VÖZ-Präsident Thomas Kralinger überzeugt.

Boston-Attentat als Anlass für Kampagne

Anlass für die Sujets waren die medialen Irrlichter rund um das Boston-Attentat. „Innerhalb weniger Sekunden vermischten sich in Boston Informationen, Gerüchte und Falschmeldungen und wurden millionenfach via Sozialer Medien verbreitet. Aber auch klassische Medien wie der Fernsehsender CNN wurden zum Sprachrohr der Gerüchteküche. Zeitungen erwiesen sich jedoch meist als glaubwürdiger Fels in der Brandung. Mit wenigen Stunden Verzögerung konnten sie eine Ebene der Reflexion in die Berichterstattungs-Flut einziehen, die es erlaubte, die Informationen für die Leser zu filtern und richtig zu bewerten, so dass man sich auf die Zeitungsinhalte verlassen konnte.“

Bei den aktuellen Sujets mit den Claims „Ohne Journalismus keine Ergebnisse!“, „Likes sind kein Qualitätsmerkmal!“ und „140 Zeichen reichen nicht aus!“ geht es nicht darum, soziale Medien oder Suchmaschinen schlecht zu machen, stellte Kralinger klar: „Wir wollen die Leser für die Wertigkeit von Informationen in unterschiedlichen Medienkanälen sensibilisieren. Denn wir sind überzeugt, Zeitungen liefern die unabhängigste und vertrauenswürdigste Information. Daher braucht Pressefreiheit Zeitungen und Magazine, die Berichte ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten von Politikern und Wirtschaftsbossen veröffentlichen und deren Journalisten kritisch hinterfragen und recherchieren.“

Rudi Ornetsmüller von der Agentur Reichl und Partner hat die VÖZ-Sujets zum Tag der Pressefreiheit gestaltet.

„Österreich Programm“ für heimische Inhalte

Auch wenn Zeitungen hierzulande noch immer fast 73 Prozent der Bevölkerung erreichen und die Leser auch weiterhin bereit sind, für Zeitungen zu zahlen, wird es zunehmend schwieriger, journalistische Inhalte in gewohnter Qualität zu finanzieren. Daher forderte der VÖZ-Präsident ein „Österreich Programm“. Es soll sicherstellen, dass heimische journalistische Inhalte auch geschaffen werden können, wenn österreichische Werbegelder weiter zu globalen Playern am Online-Werbemarkt abwandern. Das Paket sollte laut VÖZ folgende Punkte beinhalten: ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage, damit Zeitungen an der Verwertung ihrer Inhalte durch Dritte partizipieren können sowie eine Reform und Aufstockung der Presseförderung auf 50 Mio. Euro, so wie dies von der aktuellen Evaluierungsstudie im Auftrag des Bundeskanzleramtes als sinnvoll erachtet wird.

Darüber hinaus appelliert Kralinger an die Verantwortung der Europäischen Union bei der Sicherung von Freiheit und Vielfalt der Medien am Kontinent. Dazu müsse laut Kralinger ein forscheres Auftreten der Kommission gegen die Manipulation von Suchergebnissen und Datenschutzverletzungen sowie ein beherzteres  Eintreten für strengere Copyright-Richtlinien zählen. „Auch Brüssel ist aufgerufen Schritte zu setzen, um den freien und unabhängigen europäischen Mediensektor zu stärken.“

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