Vertrauensindex: Print vertrauenswürdiger als Online

08

Januar

2017

Im postfaktischen Zeitalter ist Qualitätsjournalismus offenbar wieder gefragt: Der GPRA-Vertrauensindex zeigt etablierte Medien im Aufwind und geringes Vertrauen in Online-Werbung.

Bei einer Umfrage der GPRA, dem Unternehmensverband der führenden PR-Agenturen Deutschlands, wurden 1.009 Personen im Zeitraum vom 17. bis 24. November 2016 befragt. Mit dem Ergebnis: 54% sagen, dass sie Anzeigen in Printmagazinen vertrauen. Dies steht in krassem Gegensatz zu den nur 16 %, die der Werbung auf Internetseiten Vertrauen entgegenbringen. Auch der Berichterstattung von Bloggern vertrauen nur 24% der Befragten.
Allem voran stehen die Empfehlungen von Freunden und Bekannten mit 84%. Scheint, als ob es mit dem Blogger „meinem besten Bekannten und Ratgeber meines Vertrauens“ nicht so weit her ist, wie der momentane Hype uns glauben lassen möchte – die Kluft zwischen 24% und 84% ist tief. Echtes Leben und Personen, die man tatsächlich kennt, scheinen zumindest, wenn es um Vertrauen geht, wieder in zu sein.

Uwe A. Kohrs, Präsident der GPRA dazu: „Es ist schon bemerkenswert, dass das Vertrauen vor allem in die klassischen Wirtschaftsmedien in den letzten vier Jahren so massiv gestiegen ist. In Zeiten von Fake News und der Diskussion um Lügenpresse scheint es derzeit ein erhöhtes Bedürfnis nach Orientierung und valider Berichterstattung zu geben. Und diese finden die Verbraucher offenbar bei den etablierten Qualitätsmedien.“

Auch Nutzerbewertungen auf Online Portalen liegen nur 2% vor der eher antik scheinenden Werbeform von Plakaten an Litfaßsäulen oder Plakatwänden (39% zu 37%). Und Werbungen auf Internetseiten wie Google schneiden mit nur 16% noch viel schlechter ab.
Internet-Auftritte und Websites von Unternehmen wurden hingegen von 51% als vertrauenswürdige Informationsquelle bewertet.

Studie 2012 im Vergleich

Im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2012 werden klassische Wirtschaftsmedien und etablierte Tageszeitungen nicht nur am vertrauenswürdigsten eingestuft, sie konnten auch zulegen – das „Handelsblatt“ sogar um plus 25% mit gesamt 83%, die „Süddeutsche Zeitung“ mit 79% (plus 11%), dicht gefolgt von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit 78% (plus 7%) und der „Wirtschaftswoche“ mit 76% (plus 21%).

 

GPRA Graphik 2016 im Vergleich zu 2012

 

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