Studie: Zusammenarbeit zwischen Journalisten und Unternehmen in der Pressearbeit erfreulich gut

01

Dezember

2008

Journalistenbarometer 2008. Für die im Frühjahr 2008 durchgeführte Studie wurden 262 Journalisten und Journalistinnen rund um die Zusammenarbeit sowie die Qualität der Pressearbeit von Unternehmen in Österreich befragt.
Die Zusammenarbeit mit Pressestellen von Unternehmen wird von der Mehrheit der Journalisten positiv wahrgenommen. Dies geht aus dem aktuellen Journalisten-Barometer, der die Beziehung Journalist/Unternehmen in der Pressearbeit näher beleuchtet, hervor. Das Online Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com (www.marketagent.com) führt regelmäßig Stimmungsbarometer-Untersuchungen unter Journalisten durch, um einerseits Einblick in den Berufsstand des Journalisten zu geben und andererseits aktuelle Entwicklungen und Veränderungen in Österreich aufzuzeigen. Der aktuelle und mittlerweile vierte Journalisten-Barometer befasst sich mit der Schnittstelle Journalist/Unternehmen in der Pressearbeit.

Für die im Frühjahr 2008 durchgeführte Studie wurden 262 Journalisten und Journalistinnen rund um die Zusammenarbeit sowie die Qualität der Pressearbeit von Unternehmen in Österreich befragt. Ergebnis: Die Zusammenarbeit mit Pressestellen von Unternehmen wird von der Mehrheit der Journalisten positiv wahrgenommen. Seriosität und Glaubwürdigkeit, schnelle Reaktion auf Anfragen und gut erreichbare Ansprechpartner in Unternehmen spielen für Journalisten die wichtigste Rolle. Die Verwendungsmöglichkeit von Pressemeldungen schätzen 40 Prozent als sehr oder eher gut ein, im Mittel greift ein österreichischer Journalist 15 Prozent der von Unternehmen angebotenen Informationen im Endeffekt für seine Arbeit auf.

 

Das Online Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com von Thomas Schwabl führt regelmäßig Stimmungsbarometer-Untersuchungen unter Journalisten durch. Um einerseits Einblick in den Berufsstand des Journalisten zu geben und andererseits aktuelle Entwicklungen und Veränderungen in Österreich aufzuzeigen.

Gute Beziehungen

„Die Zusammenarbeit mit Unternehmen in der Pressearbeit wird von der Mehrheit der Journalisten positiv wahrgenommen“, erklärt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com. Acht von zehn Befragten empfinden die Kooperation in ihrer täglichen Arbeit als zumindest eher gut (Top-2-Box-Wert „sehr gut“ + „eher gut“: 79,8Prozent), aber nur für jeden Zehnten entspricht sie dem persönlichen Bedürfnis (Top-Box-Wert: 9,2 Prozent). Beim Thema Vertrauen zeigen sich die österreichischen Medienschaffenden allerdings schon zurückhaltender. Für vier von zehn Journalisten ist das Verhältnis von Vertrauen geprägt (Top-2-Box-Wert „sehr vertrauensvoll“ + „eher vertrauensvoll“: 39,4 Prozent), aber nur 5,0 Prozent würden die Beziehung Journalist/Unternehmen in der Pressearbeit grundsätzlich als „sehr vertrauenswürdig“ beschreiben. Umfrage-Teilnehmer, die schon seit mehr als zehn Jahren den Beruf des Journalisten ausüben, sehen das Verhältnis vergleichsweise am kritischsten. Über Druck oder versuchte Einflussnahme auf ihre Berichterstattung von Seiten der Unternehmen berichten 26,3 Prozent der Befragten in einem sehr starken bis starken Ausmaß (Top-2-Box-Wert auf einer fünfstufigen Skala).

Seriosität, Schnelligkeit und gute Erreichbarkeit

Die Ergebnisse des aktuellen Journalisten-Barometers verdeutlichen weiter, dass Seriosität bzw. Glaubwürdigkeit in der PR (Top-Box-Wert „sehr wichtig“: 81,7 Prozent), schnelle Reaktion auf Anfragen (80,5 Prozent) und gut erreichbare Ansprechpartner in Unternehmen (78,6 Prozent) die wichtigste Rolle für Journalisten spielen und zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Neben nichts sagenden Worthülsen gehört das Fehlen dieser Aspekte zu den größten Ärgernissen im Alltag der Journalisten. 54,2 Prozent der Journalisten erwarten sich bei konkreten Presseanfragen an Unternehmen eine Reaktionszeit von maximal 12 Stunden, 34,0 Prozent finden eine Antwort-Zeit von bis zu 24 Stunden in Ordnung. „In der Praxis funktioniert der Kontakt zu den Pressebeauftragten in den Unternehmen nur in etwa jedem zweiten Fall“, so Schwabl.

Verwendungsmöglichkeit von Pressemeldungen ist zumindest „eher gut“

Weiters erwarten sich Journalisten aktuelle Informationen (Top-Box-Wert „sehr wichtig“: 71,4 Prozent) sowie nachprüfbare (63,7 Prozent) und sachliche Inhalte (62,2 Prozent) in Medienmitteilungen, die bestmöglichst auch nicht uninteressant sein sollten (61,1 Prozent). Werberische Inhalte (53,1 Prozent) und uninteressante Informationen vermittelt in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen (52,3 Prozent) sowie telefonisches „Nachhaken“ von den Pressebeauftragten (46,2 Prozent) empfindet jeder zweite Journalist als besonders störend. Darüber, wie interessant die in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit vermittelten Informationen von Unternehmen tatsächlich sind, herrscht Kontroverse zwischen den Parteien. Pressemeldungen, die Journalisten in Ihrem beruflichen Alltag von Unternehmen erhalten, werden nur in jedem dritten Fall als zumindest „eher interessant“ beurteilt (Top-2-Box-Wert „trifft voll und ganz zu“ + „trifft eher zu“: 33,6 Prozent).

20 Pressemitteilungen pro Tag im Mittel

Für Journalisten von Interesse sind in erster Linie Informationen über wichtige bzw. zukünftige Entwicklungen und Neuheiten in der Branche (Top-Box „sehr interessant“: 67,9 Prozent) sowie über neue Produkte und Services (53,8 Prozent). Studien (39,3 Prozent) sind für knapp 40 Prozent, Bilanzen (30,9 Prozent) sowie Aussagen und Dementi (29,0 Prozent) für rund 30 Prozent der Journalisten ebenfalls sehr interessant. Infos zu neuen Mitarbeitern oder wichtigen Personen innerhalb der Unternehmen (13,0 Prozent) und zu Geschäftsfeldern (11,1 Prozent) stoßen vergleichsweise auf weniger Zuspruch.

Im Mittel erhält ein Journalist in Österreich rund 20 Pressemitteilungen pro Tag, wobei die Anzahl mit der Dauer der Tätigkeit als Journalist erwartungsgemäß zunimmt. Die Verwendungsmöglichkeit von Pressemeldungen schätzen 40,1 Prozent der Befragten als sehr oder eher gut ein, die Bestnote vergeben allerdings nur 3,1 Prozent für die Medienmitteilungen von Unternehmen. Im Mittel greift ein österreichischer Journalist 15 Prozent der von Unternehmen angebotenen Informationen im Endeffekt für seine journalistische Tätigkeit auf.
Das bevorzugte Informationsinstrument für Journalisten ist das Email: 85,1 Prozent geben an, persönlich in ihrem Beruf am liebsten per Mail über Unternehmensnews informiert zu werden, gefolgt von persönlichen Gesprächen, die jeder Zweite favorisiert (49,6Prozent). Persönliche Telefonate (39,7Prozent) und Pressekonferenzen (39,3Prozent) werden mit knapp 40 Prozent Nennungen gleich häufig genannt.

 

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