Studie: Paid-Content als Rettungsanker für Zeitungen?

03

Juni

2013

Eine von MindTake Research durchgeführte Studie zeigt, dass bereits etwa ein Drittel der befragten Österreicher Paid-Content-Modelle nutzt.

Kostenpflichtige digitale Angebote und Zusatzgeschäfte mit Online-Shops sollen österreichischen Tages- und Wochenzeitungen als neue Erlösquellen dienen. Eine von MindTake Research durchgeführte Studie zeigt, dass bereits etwa ein Drittel der befragten Österreicher Paid-Content-Modelle nutzt und auch Online-Shops immer größere Akzeptanz finden.

Knapp ein Fünftel der Befragten zahlt derzeit für einzelne digitale Zeitungsartikel. 15 Prozent geben an, eine Kombination aus digitaler Ausgabe und Printausgabe zu abonnieren. Etwa sechs Prozent haben ein Online-Abo abgeschlossen und bezahlen für den Zugriff auf das E-Paper der gedruckten Zeitung. Ein digitales Abo, das sowohl über Tablet als auch über Smartphone abgerufen werden kann, wird im Moment nur von zwei Prozent genutzt. 10 Prozent wären aber in Zukunft auf jeden Fall bereit, dafür zu zahlen. Am wenigsten Anklang findet ein kostenpflichtiges Abo, das nur auf dem Smartphone gelesen werden kann. Die Hälfte gibt an, dass sie keinesfalls bereit wäre, Geld für solch ein Abo auszugeben.

Zusatzgeschäft Online-Shop

Produkte und Dienstleistungen, die über die Online-Plattformen von Tages- und Wochenzeitungen vertrieben werden, dienen ebenfalls als zusätzliche Erlösquelle. Auf die Frage, welche österreichischen Tages- und Wochenzeitungen einen Online- Shop betreiben, wird von den Befragten am häufigsten die Kronen Zeitung genannt, gefolgt von Kurier und Kleine Zeitung.

85 Prozent der Befragten, die solche Online-Shops bereits kennen, geben zwar an, noch nie etwas darüber gekauft zu haben. Knapp die Hälfte kann sich aber grundsätzlich vorstellen, das in Zukunft zu tun. Lediglich ein Fünftel kann sich überhaupt nicht damit anfreunden, Produkte oder Dienstleistungen über Online- Plattformen von Tages- und Wochenzeitungen zu kaufen. Als Hauptgrund wird genannt, dass kein Vertrauen in die Kompetenz einer Zeitung im Bereich des Online- Handels besteht. Auch die große Anzahl an bereits etablierten Online-Shops wie Amazon oder Zalando spielt eine Rolle.

Veranstaltungstickets als Top-Seller

58 Prozent der Befragten können sich sehr gut vorstellen, Eintrittskarten für Veranstaltungen, Konzerte etc. über die von Medien betriebenen Online-Shops zu kaufen. Auch Bücher passen für etwa die Hälfte sehr gut in das Sortiment, ebenso wie Filme und Musik (31 Prozent). Der Kauf von Lebensmittel in Online-Shops von Zeitungen         ist hingegen für zwei Drittel der Befragten überhaupt nicht vorstellbar. Bei Kosmetik und Kleidung bzw. Schuhe herrscht ebenfalls große Skepsis.

Die Umfrage wurde von MindTake Research mithilfe des Online-Panels im Mai 2013 durchgeführt. Die Befragung basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von 500 österreichischen Internet-Usern.

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