Nur jeder fünfte Jugendliche weiß, wer Alexander Wrabetz ist

31

Januar

2012

Eine an der FH Joanneum in Graz im Rahmen der Bewerbung zum Studiengang Journalismus und Public Relations erstellte Studie über das Medienwissen österreichischer Jugendlicher zeigt eklante Wissenslücken auf.

Erschütternde Wissenslücken zeigt eine an der FH Joanneum in Graz erstellte Studie über das Medienwissen österreichischer Jugendlicher auf. „Jugendliche nutzen Medien unterschiedlichster Art, ohne jedoch zu reflektieren, wer oder was dahintersteckt“, resümiert der Leiter des Studiengangs Journalismus und Public Relations, Heinz M. Fischer. So wusste etwa nur jeder Fünfte, wer Alexander Wrabetz ist, den Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, konnte nicht einmal die Hälfte der Befragten richtig einordnen.

Auf ihr Medienwissen getestet wurden im Sommer 2011 insgesamt 175 Bewerberinnen und Bewerber für den Grazer Studiengang aus ganz Österreich, mit deutlichem Frauenüberhang. Gegenüber einer vergleichbaren Erhebung von 2005 haben die Kenntnisse massiv abgenommen, so Fischer und Projektleiter Heinz P. Wassermann. Auffallend sei auch das signifikant schlechter ausgeprägte Medienwissen der weiblichen Probanden. Erkennbar wird das etwa bei der Frage nach dem Unterschied zwischen den Sendern 3sat und Sat1. Während 75 Prozent der männlichen Befragten über den Unterschied zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Sender Bescheid wussten, waren es bei den Frauen nur 50 Prozent.

Heinz M. Fischer, Leiter des Studiengangs Journalismus und Public Relations: „Jugendliche nutzen Medien unterschiedlichster Art, ohne jedoch zu reflektieren, wer oder was dahintersteckt.“

Auch bei Abkürzungen gibt es viele Missverständnisse

Schon bei den Abkürzungen hapert es: Nur jeder vierte Befragte wusste mit ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) was anzufangen, nur etwa die Hälfte konnten die Kürzel SMS (Short Message Service) und APA (Austria Presse Agentur) richtig deuten. Im Argen auch die mediengeschichtliche Kompetenz der Interessierten am Grazer Journalismus- und PR-Studiengang: Bei der Frage nach dem Bestehen von Radio, Fernsehen sowie des Radiosenders fm4 und von ORF.on lagen weit über die Hälfte mit ihren Antworten falsch. Ein wöchentlich erscheinendes österreichisches Nachrichtenmagazin konnten 55 Prozent nennen, ein deutsches nur 31 Prozent. Bei den abgefragten Fachbegriffen waren nur bei „Recherche“ und „weblog“ gegenüber 2005 Zuwächse zu verzeichnen. „Die kritische Analyse, Reflexion und Vermittlung von Hintergrundwissen über Medien wird in den Schulen offensichtlich stark vernachlässigt. Obwohl Medienkompetenz im Grundsatzerlass für Medienerziehung des Unterrichtsministeriums festgeschrieben steht, werden diese Inhalte im Unterricht augenscheinlich nicht oder nicht ausreichend thematisiert“, so die Schlussfolgerung von Studiengangsleiter Fischer.

Den Fragebogen können Sie sich hier ansehen: Fragebogen FH Joanneum, die Ergebnisse im Detail finden hier: Abschlussbericht_Medienstudie.

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