Medienlöwin-Auszeichnung für Sibylle Hamann, „Falter“ und Elisa Vass

17

November

2016

Sibylle Hamann bekam die Medienlöwin in Gold für ihr bisheriges Schaffen, Elisa Vass (Ö1) eine Löwin in Silber und die „Falter“-Redaktion den Medienlöwen.

Sibylle Hamann erhielt im Rahmen des Österreichischen Journalistinnenkongresses in Wien die Auszeichnung Medialöwin. Diese Auszeichnung wird für die Vorbildfunktion, langjährige Medienpräsenz sowie das bisherige Lebenswerk von Journalistinnen vergeben, die anderen Frauen Vorbild sind und ihnen Mut machen, sich im Bereich der Medien durchzusetzen. Hamann ist bekannt für ihre gekonnte Ausdrucksweise in ihren Kolumnen im „Falter“, in der „Presse“ und sie schreibt auch für „Die Zeit“ und „Emma“. Obwohl sie keine Rede vorbereitet hatte, hat sie sehr berührende Worte in ihrer Dankesrede gefunden, über die Bekanntschaft mit Syrerinnen und Syrer, die sie derzeit begleitet. Die anwesenden hochrangingen Geschäftsfrauen hat sie eingeladen, über Jobmöglichkeiten für diese syrischen Bekanntschaften zu sprechen.

Mit „Sprache, Geschlecht und Politik“ gewann Elisa Vass die Medienlöwin in Silber. Der Radio Beitrag wurde am 29. Oktober 2015 im „Journal Panorama“ auf Ö1 gebracht. Wie wird in der Öffentlichkeit über Frauen diskutiert, wie werden Frauen im Diskurs sichtbar gemacht beziehungsweise verschwiegen? Warum wird in Zeitungen über das Aussehen und die Frisur von Politikerinnen noch immer viel mehr geschrieben als über jenes von Politikern? Und wie werden durch unsere Sprache Bilder über die Wirklichkeit und über die Geschlechterrollen geformt? Das alles war Thema eines zweitägigen Symposiums an der Universität Wien.

Mit dabei waren einige der prominentesten Wissenschaftlerinnen der Welt, die sich mit dem Thema „Politik und Sprache im Genderkontext“ auseinandersetzen. Elisabeth Pechmann, Jury-Sprecherin, begründet die Wahl: „Ein Uni-Symposium als Quelle der Erhellung erkannt. Konsequent weibliche Expertise eingesammelt. Und aus eineinhalb Tagen Academia eine atemberaubende halbe Stunde ,Journal Panorama‘ zu ,Sprache, Geschlecht und Politik‘ destilliert. Diese Debatte gehört auf Ö1 gehört. Und darüber hinaus auch noch oft geführt.“

Erstmals verliehen

„Uns reicht’s!“. Die vier Journalistinnen Hanna Herbst, Barbara Kaufmann, Corinna Milborn, Ingrid Thurnher berichten im „Falter“ ihre Erlebnisse mit sexistischen sowie herabwürdigenden Beschimpfungen. Mit ihrem Bekenntnis haben die vier Frauen zumal einen Sturm der Solidarität im Netz unter dem Hashtag #solidaritystorm ausgelöst und eine Petition mit mehreren tausend Unterschriften ging zudem daraus hervor. Für dieses nachhaltige Wirken wurde die Redaktion des „Falter“ mit dem Medienlöwen ausgezeichnet. „Weil sie gleichzeitig Gender-Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und die Schattenseiten der Digital-Sozialisierung adressiert, ist sie wohl eine der wichtigsten aktuellen Kampagnen.“ so die Begründung der Jury.

Preis für Journalistinnen mit Vorbildfunktion

Die Medienlöwin in Gold wird somit an Journalistinnen mit Vorbildfunktion spwie für ihr bisheriges Schaffen vergeben. Medienfrauen konnte man vorschlagen, der Beirat des Journalistinnenkongresses hat dann durch Punktevergabe vier Frauen nominiert. Der Beirat des Journalistinnenkongresses setzt sich zumal aus Chefredakteurinnen sowie führenden Medienfrauen in Österreich zusammen. Nominiert waren: Inge Baldinger („Salzburger Nachrichten“), Sybille Hamann (freie Journalistin), Martina Salomon („Kurier“) und Ingrid Thurnher (ORF). Durch eine Jury aus 67 bekannten Journalistinnen und Journalisten wurde die Gewinnerin dann durch Punktevergabe ermittelt.

Mit der Medienlöwin in Silber werden journalistische Beiträge ausgezeichnet, die sich mit den Lebenssituationen von Frauen kritisch auseinandersetzen. Die weiteren Nominierten in dieser Kategorie waren: Ingrid Brodnig mit dem Beitrag „Game of Trolls“ erschienen im „Profil“ (18. April 2016) sowie Sabina Riedl mit ihrem Beitrag „Pionierinnen“ in der ORF Sendung ECO (12. Juni 2016).

Der Medienlöwe wurde dieses Jahr zum ersten Mal regulär ausgeschrieben. Vergangenes Jahr wurde er jedoch als Sonderpreis vergeben, an eine Artikelserie erschienen in „Der Standard“/“Die Standard“. Bewusstsein für nicht so populäre frauenspezifische Themen zu schaffen, dafür waren folgende Medien nominiert: Das feministische Magazin an.schläge für Berichterstattung von und für Frauen. Die „Wienerin“ hat ebenfalls mit einer Aktion gegen Hass im Netz überzeugt und weitere Kampagnen gestartet wie #IchBinFeminist oder „Hawara der Woche“.

Sibylle Hamann

Auszeichner und Ausgezeichnete beim Journalistinnenkongress. Katharina Swoboda (Siemens), Elisabeth Pechmann (Jury-Sprecherin). Ines Schurin (Rewe Group), Elisa Vass (Ö1, Medienlöwin Silber). Barbara Toth („Falter“, Medienlöwe), Sibylle Hamann (Medienlöwin Gold) und Maria Rauch-Kallat (Initiatorin)

© APA-Fotoservice/Reither

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