Manche Pressestellen oder Agenturen verwechseln Journalistenanfragen mit Drohungen, die möglichst lange liegen gelassen werden!

30

September

2011

Brigitte Biedermann avancierte jüngst zur Chefredakteurin des „Weekend Magazin“. Davor werkte die heute 34-Jährige als PR-Dame und als Redakteurin bei „Österreich“.

1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?

Dass ich fast jeden Tag etwas Neues dazulerne. Immer wieder neue und interessante Menschen kennen lerne und immer am Puls der Zeit bin.

2. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?

Journalismus ist sicher nicht mehr der unabhängige Traumberuf, der er einmal war. Der Druck steigt, in jeder Hinsicht und von allen Seiten.

3. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalist an?

Immer wieder eine neue Geschichte zu bekommen, ein Einfall, ein spannendes Interview von dem ich inspiriert in die Redaktion zurückkehre. Ein Leserbrief oder ein erboster Anruf von einem Leser mit dem ich dann doch noch nett plaudere.

4. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Politik, Kultur, Medien, Reise, Mode, Beauty Gar nicht: Autos, Technik, …

5. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Per Mail oder per Post. Manchmal auch gerne telefonisch, aber dann bitte mit einem konkreten Anliegen und keine „Sind Sie zuständig“- Anrufe. Das sollten PR-Experten wissen oder beim Empfang erfragen.

6. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Am Nachmittag, der Wochentag ist bei unserer 14-tägigen Erscheinungsweise egal.

7. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Wenn Praktikantinnen, die weder Medium noch Ansprechpersonen kennen und auch noch die Namen falsch aussprechen, mit stotternder Stimme nachfragen, ob man die Presseaussendung eh bekommen hat oder ob man zur Pressekonferenz nach Hintertupfing kommen will und das bitte dreimal hintereinander.

8. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?

Wenn Interviews zur Freigabe geschickt werden und dann nicht nur das komplette Interview, sondern sogar die Fragen umgeschrieben werden.

9. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?

Wenn Anfragen schnell, kompetent und freundlich behandelt werden. Manche Pressestellen oder Agenturen verwechseln Journalistenanfragen mit Drohungen, die möglichst lange liegen gelassen werden, vielleicht erledigen sie sich dann von selbst.

10. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?

Wenn mir eine Geschichte vorgeschlagen wird, die noch dazu zum Medium passt.

11. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Rasch reagieren, rasch erledigen, freundlich im Ton, ganz egal wer anruft, denn man trifft sich in dieser Branche immer wieder.

12. Wie würden Sie Ihre Aufgabe beim „Weekend Magazin“ charakterisieren?

Ich manage es, dass 270.000 Haushalte in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland alle 14-Tage ein abwechslungsreiches, spannendes und unterhaltsames „Weekend Magazin“ in ihren Postkästen vorfinden.

13. Wofür steht „Weekend Magazin“ in wenigen Worten und was macht es als Medium unverwechselbar?

Das Lifestyle-Magazin Österreichs am Wochenende. Interessante Themen, die nicht reißerisch aufgemacht sind, sondern den Leser unterhalten sollen.

14. Wenn Sie nicht Journalist wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?

Schauspielerin

Ad personam

Beruflicher Werdegang: Studium der Publizistik und Politikwissenschaft, sechs Jahre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der Ärztekammer für Wien, Freie Mitarbeiterin bei Magazinen wie „Wienerin“, Chronik- und Politik-Redakteurin Tageszeitung „Österreich“.

Geburtsdatum: 12. August 1977

Hobbys: Reisen, Mode, Literatur, Kultur, Fotografie

Lieblingsort in Österreich: Margareten

Lieblingsort weltweit: Das wechselt je nach Reisetätigkeit. Gerade ist es die Insel Skiathos, weil ich da gerade eine wundervolle Woche verbracht habe.

Lieblingsautor: Michel Houellebecq

Lieblingsgetränk: Rosé-Spritzer in der Südsteiermark, weißer Spritzer in Wien

Lieblingsessen: Wurst geht immer

Lieblingsfilm: Da kann ich mich gerade gar nicht festlegen

Lieblingsschauspielerin: Uma Thurman

Brigitte Biedermann fungiert seit einigen Wochen als Chefredakteurin des „Weekend Magazin“.

Kommentare zu diesem Artikel

[…] „Manche Pressestellen oder Agenturen verwechseln Journalistenanfragen mit Drohungen, die möglichs… […]

Kommentar hinterlassen