Die Tendenz-Analyse

Die Tendenz-Analyse erfasst den Inhalt aus der Sicht eines Lesers, der sich dem Artikel unvoreingenommen nähert. Dieser neutrale Standpunkt wird in der Bewertung positiv/negativ um die Sicht des Kunden ergänzt.

Einerseits ist die „Aussensicht“ des Lesers wichtig, um sich dem Artikel möglichst unvoreingenommen nähern zu können. Obwohl das Ziel eine objektive Bewertung ist, kann diese erst durch das subjektive Wahrnehmen des Lesers/Codierers erfolgen. Nur der Mensch nimmt sofort und ohne Anstrengung wahr, ob eine Formulierung oder Aussage einer bestimmte Sache gegenüber kritisch ist oder nicht. Automatische Systeme, die semantische Technologien verwenden funktionieren, insbesondere in der deutschen Sprache, noch nicht zufriedenstellend.

Andererseits muss der Leser/Codierer die Innensicht des Adressaten der Analyse kennen, damit er sich in dessen Sichtweise hineinversetzen kann und die Zuordnung zwischen positiv und negativ (für den Adressante) richtig treffen kann.

Die Tendenz-Analyse wird in einer drei oder fünfstufigen Skala aufgezeichnet. Die Werte reichen nach Schulnoten von 1 bis 5 oder pendeln um die neutrale Null von -2 bis +2.

Element-Analyse

Die Tendenz muss sich nicht nur auf die Aussage eines gesamten Artikels beziehen. Es können auch für einzelne Elemente jeweils eigene Tendenz-Werte erfasst werden. So kann etwa ein Produkttest eine Gesamttendenz haben, die Tendenz bezüglich des Preises aber schlechter sein, als die einzelner Produkteigenschaften. Beispielsweise bei einem Autobericht kann ein positiver Bericht den Motor sehr gut, das Fahrwerk gut, den Preis aber sehr negativ bewerten. Wie dies für den Auftraggeber zu bewerten ist, kommt auch auf die Kernbotschaften an.