Kommunikationskongress in Berlin

01

November

2008

5. Kommunikationskongress in Berlin .Über den Goldenen Apfel freut sich der Sieger, über das intensive Netzwerken unter 1300 Kommunikationsprofis aus dem deutschsprachigen Raum freuen sich alle. So sind die Gründe für eine Teilnahme in Berlin vielschichtig. Die anwesenden Österreicher zeigten sich erfreut über Rahmen und Inhalte.
Auch in Berlin schallt es deutlich im österreichischen Idiom über die Gänge. Im kommunizieren sind die Österreicher auch beim Kommunikationskongress nicht zu überhören. Der erst vor fünf Jahren gegründete Bundesverband deutscher Pressesprecher hat mit seinem Kommunikationskongress einen Fixpunkt im Jahreskalnder vieler PR-Profis geschaffen.

Die Liste der Vortragenden enthält auch einige berühmte Namen, vor allem aber stellten sich vor allem die Key Note-Speaker in Summe als sehr begnadete Redner heraus. Angefangen bei den Politikern bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble, der einen Bogen über eine halbe Stunde spannte und die Demokratie pries, bis zu Links-Partei-Grande Gregor Gysi, der vor allem rhetorisch brilliante Unterhaltung bot, aber wenig Inhalt. Der Direktor der Filmfestspiele Berlinale, Dieter Kosslick, bediente vor allem die humoristische Seite und bot kurzweilige Unterhaltung im Stile eines Conferenciers.

Zukunft für Qualitätsjournalismus

Günter Nonnenmacher, Herausgeber der FAZ, hielt eine packende Rede für den Qualitätsjournalismus, dem er eine große Zukunft prophezeit. Professor Peter Kruse, Universität Bremen, bot die wissenschaftlich fundierte Antwort auf den Wunsch des Herausgebers zumal am nächsten Tag. Er hielt das gefüllte Auditorium mehr als eine Stunde in Bann. Als er in hoher Geschwindigkeit („.. am Rande der Überforderung ist Ihr Gedächtnis leistungsfähiger, als Sie denken…“) über seine Forschungen referierte.

Der Organisationspsychologe forscht an komplexen Systemen, wie der Vernetzung im Internet und hat Systeme entwickelt, um die unbewussten emotionalen Präferenzen von Menschen herauszufiltern. Etwas was die klassische Marktforschung nicht kann, da das Unterbewußtsein nicht direkt abfragbar ist. Sein Ergebnis zeigt einen deutlichen Trend zur Suche nach verlässlichen Quellen in der Datenvielfalt, nach Vertrauen in der Menge der abgegebenen Bewertungen und dergleichen mehr. Er sieht ebenso – in allen Medien – ein Wiedererstarken des Qualitätsjournalismus, des Journalisten, der für seine Leser komplexe Dinge mit Aufwand aufbereitet.

Zwischen Alex und Admiralspalast

Am berühmten Alexanderplatz mitten in Berlin steht das Berliner Congress Centrum, in dessen Räumen neben den Podiumsdiskussionen die Aussteller die Teilnehmer informierten. Vertreten waren sämtliche deutschen Medienbeobachter sowie die Anbieter von Journalisten-Daten und PR-Management-Tools und Aussendungsservices für internationale Presseaussendungen und Finanzmeldungen.

Die Verleihung des Goldenen Apfels fand im bekannten Admiralspalast statt, der den makabren Charme der mittlerweile abgebrandten Sophiensäle in Wien verströmt. Die Sieger des Abends war der Bundesverband deutscher Stiftungen für das Handling der Krisenkommunikation im Zuge der Steueraffäre Liechtenstein, in die viele Stiftungen involviert waren und demnach zahlreiche Medienanfragen zum Thema zu beantworten waren und auch proaktiv die Stiftungen ins rechte Licht gerückt wurden. Genetzwerkt wurde anschließend an der Vodka-Bar bis in die frühen Morgenstunden.

Am nächsten Tag folgte noch ein interessanter Kongress-Tag mit zahlreichen parallelen Präsentationen zu einem breiten Themenportfolio.

Mehr Infos unter www.kommunikationskongress.de

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