Kann man sich zufriedene Mitarbeiter „züchten“?

27

Oktober

2011

Eine Studie, die in Zusammenarbeit mit der Agenturengruppe PR Quality Austria und dem Public Relations Verband Austria (PRVA) durchgeführt wurde, zeigt dass das Engagement von Mitarbeitern mit dem Qualitätsanspruch wächst.

Hohe Arbeitszufriedenheit ist die Grundlage für hohe Arbeitsleistung und führt langfristig zu einer verbesserten und effizienteren PR-Arbeit. So weit, so gut. Und nicht neu. Dass man diese Zufriedenheit allerdings mit System fördern kann, zeigt die Diplomarbeit von Mag. Pia Kubek am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, die in Zusammenarbeit mit der Agenturengruppe PR Quality Austria und dem Public Relations Verband Austria (PRVA) durchgeführt wurde.

Ziel dieser Untersuchung war die Erhebung der Mitarbeiterzufriedenheit in Österreichs PR-Agenturen. Besonderes Augenmerk wurde auf einen möglichen Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit und Organisationsqualität innerhalb der Unternehmen gelegt. Generell sind laut Umfrage rund  88 Prozent der Befragten mit ihrem Job hoch zufrieden. Wenn man bedenkt, dass 64 Prozent der Interviewten in einer nach CMS II qualitätszertifizierten Agentur arbeiten, sind deren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen überdurchschnittlich stark vertreten.

Emotional gebundene Mitarbeiter bringen mehr Anregungen für Verbesserungen ein

Diese österreichischen Ergebnisse weichen deutlich von einer Studie ab, die das Gallup-Institut jährlich unter deutschen Arbeitnehmern durchführt. Im Jahr 2010 arbeiteten dort nur 13 Prozent der Beschäftigten wirklich engagiert, also mit einer hohen emotionalen Bindung zu ihrem eigenen Arbeitsplatz. 66 Prozent verspürten keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegenüber, sind „unengagiert“ bis sogar „aktiv unengagiert“. Und das wirkt sich auf die Innovationskraft der Unternehmens aus: Laut Gallup zählen dazu nicht täglich bahnbrechende Innovationen, sondern die zahlreichen vermeintlich kleinen Ideen der Beschäftigten, wie etwa zur Optimierung von Arbeitsabläufen und Prozessen. Die Studie zeigt: Emotional gebundene Mitarbeiter haben im letzten halben Jahr 40,5 Prozent mehr Anregungen für Verbesserungen eingebracht als ihre ungebundenen Kollegen.
Dazu erklärt Susanne Senft, Geschäftsführerin von PR Quality Austria: „Die große Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in CMS II–zertifizierten Agenturen ist eine logische Konsequenz aus den klaren Strukturen, der hohen Eigenverantwortung und dem intensiven Informationsfluss in den Unternehmen. Die nach CMS II geforderten Aus- und Fortbildungsprogramme für Mitarbeiter erhöhen einerseits den Wissenstand der Agentur, und heben gleichzeitig das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen.“

Freiräume machen zufriedener

Ausschlaggebend für die hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Österreichs Agenturen sind auch emotionale und soziale Aspekte, also die Beziehung innerhalb der Kollegenschaft sowie das vorherrschende Betriebsklima. Persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse tragen ebenso zur Zufriedenheit bei wie die Wertschätzung der eigenen Ideen und Vorschläge. Zufriedene Mitarbeiter gaben im Zuge der österreichischen Befragung auch an, dass sie im Projektverlauf mehr Freiräume bei der Arbeit haben.

Sollte eigentlich in der Kommunikationsbranche klar sein. Ist es aber nicht immer. “Eines der interessantesten Ergebnisse der Studie ist, dass das persönliche Gespräch als internes Kommunikationsmittel auch noch im Zeitalter von E-Mails, Facebook und Twitter von den Mitarbeitern am meisten geschätzt wird”, so die Studienautorin Pia Kubek. Darüber hinaus zählt nicht Quantität, sondern qualitativ wertvoller Inhalt, der vom Management an die Mitarbeiter weitergegeben wird. Dies wird auch vom deutschen Gallup-Institut bestätigt, denn auch dort sieht man die Problemlösung in ernsthaften Gesprächen zwischen Führungskräften mit ihren Teams.

Susanne Senft weiter : „Der Leitfaden für die CMS II-Zertifizierung eignet sich bestens als Richtlinie zur Etablierung und Sicherstellung qualitativer Kommunikation. Ich bin sicher, dass die dadurch verbesserte Leistung jedes Einzelnen und des Teams auch für Auftraggeber von PR-Agenturen erkennbar ist – und somit durchaus ein wichtiges Entscheidungskriterium darstellt!“

Für die Diplomarbeit „Durch Organisationsqualität zu glücklichen Mitarbeitern? Eine empirische Studie in österreichischen PR-Agenturen zur Rolle von Management- und Unternehmenskommunikation bei der Herstellung von Arbeitszufriedenheit“ wurden  von Juni bis Juli 2010 133 Mitarbeiter österreichischer PR-Agenturen befragt, davon waren 80 Prozent Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 33,15 Jahren. Mehr als drei Viertel der Befragen haben einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Über 71 Prozent der Interviewten leben und arbeiten in Wien. Fast 64 Prozent der Befragten geben an, in einer nach CMS II zertifizierten Agentur beschäftigt zu sein.

Susanne Senft, Geschäftsführerin PR Quality Austria: „Die große Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in CMS II–zertifizierten Agenturen ist eine logische Konsequenz aus den klaren Strukturen, der hohen Eigenverantwortung und dem intensiven Informationsfluss in den Unternehmen.“

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