„Ich habe oft das Gefühl, dass PR nach dem Gießkannenprinzip gemacht wird“

17

Dezember

2015

Eva Konzett ist beim „WirtschaftsBlatt“ Redakteurin im Ressort Osteuropa und Schwellenländer. Gemeinsam mit ihrern Kollegen André Kühnlenz und Marijana Miljkovic wurde sie kürzlich mit dem Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftspublizistik 2015 in der Kategorie Online ausgezeichnet.  

1. Journalisten sind in der privilegierten Position, einen abwechslungsreichen Job auszuüben: Was gefällt Ihnen noch an Ihrem Beruf?



Dass man in einem weit gesteckten Rahmen selber Themen setzen kann und, dass man bei jeder Recherche selber dazulernt.

 

2. Wo viel Licht ist, ist meist auch viel Schatten: Was sind die Schattenseiten des Journalistenberufs?



Für die jungen Kollegen, die anfangen, sind es sicher die prekären Arbeitsverhältnisse: Keine Anstellungen, wenig Honorar. Ansonsten ist es ein Beruf, den man nicht am Abend an die Garderobe hängen kann.

 

3. Was treibt Sie in Ihrem Beruf als Journalist an? 

Neugier. Dahinter schauen wollen.

 

4. Wenn Sie Presseaussendungen zugeschickt bekommen, welche Themenfelder interessieren Sie da besonders und welche interessieren Sie überhaupt nicht?

Das ist insofern schwer zu beantworten, als dass man normalerweise ohnehin Kraut und Rüben zugeschickt bekommt. Ich habe oft das Gefühl, dass PR nach dem Gießkannenprinzip gemacht wird.

 

5. Wie werden Sie im Berufsalltag am liebsten mit PR-Aussendungen, Informationen und Einladungen versorgt?

Immer am Morgen. Da habe ich normalerweise eine halbe Stunde Zeit mich auf den Tag, oder auf die Woche vorzubereiten.

 

6. An welchem Wochentag und zu welcher Tageszeit sind Sie in Ihrem Job am ehesten ansprechbar und wann sollte man Sie besser nicht kontaktieren?

Da das „WirtschaftsBlatt“ eine Tageszeitung ist, spielt der Wochentag eine weniger große Rolle. Ab zwölf Uhr kann ich E-Mails aber nur noch überfliegen, da stecke ich schon in der Tagesproduktion.

 

7. Was können Sie in Zusammenhang mit PR-Agenturen gar nicht leiden?

Ständiges Nachtelefonieren. Wir haben die Termine im Kopf und melden uns normalerweise, wenn diese für uns interessant sind.

 

8. Können Sie sich an einen Fall erinnern, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder PR-Stelle geärgert haben?



Nein, aber generell gilt: Interviews werden nie besser, wenn der PR-Verantwortliche nachträglich noch groß darin herumfuhrwerkt. Das wissen aber ohnehin die meisten.

 

9. Erinnern Sie sich auch an einen Fall, wo Sie sich ganz besonders über eine PR-Agentur oder eine PR-Stelle gefreut haben?



Es gibt Tage, wo es unglaublich schnell gehen muss. Da frage ich mich manchmal, wie die Agenturen das schaffen. Aber sie schaffen es.

 

10. Was zeichnet für Sie eine gute PR-Agentur oder einen guten PR-Berater aus?


Schwer zu sagen, wir profitieren immer nur von den Früchten dieser Eigenschaften.

 

11. Worauf sollten PR-Agenturen Ihrer Ansicht nach ihr Hauptaugenmerk in Sachen Medienarbeit legen?

Ich finde den persönlichen Kontakt wichtig.

 

12. Wie würden Sie Ihre Aufgabe beim „WirtschaftsBlatt“ charakterisieren?



Ich arbeite im Ressort Osteuropa und Schwellenländer. Wir sind ein kleines Team mit kurzen Wegen, immer auf der Suche nach einer guten Geschichte in den Ländern jenseits der klassischen Vollzugsmeldung: Unternehmen X hat Unternehmen Y gekauft, eine Straße gebaut oder Unternehmen Z beraten.

 

13. Wenn Sie nicht Journalistin wären, welchen Beruf würden Sie dann gerne ausüben?


Reiseführer.

Konzett Eva

Eva Konzett, geboren am 24. Oktober 1984 in Feldkoch, Studium der Romanistik in Wien und Klausenburg, Rumänien.

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