Gatterer-Preis 2012 geht an Ö1 Journalisten Ursula Scheidle und Arno Aschauer

08

Mai

2012

Ehrende Anerkennung an die ladinische Wochenzeitung „La Usc di Ladins“

Der jährlich vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) verliehene Prof. Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus geht heuer an die beiden Ö1-Journalisten Mag. Ursula Scheidle und  Arno Aschauer für ihr Radiofeature „Was lange gärt, wird endlich Wut / Protokoll eines Asylverfahrens“, gesendet am 28. Mai 2011 in Ö1. Die „Ehrende Anerkennung“ geht an die ladinische Zeitung „La Usc di Ladins“ (Die Stimme der Ladiner), die wöchentlich in Südtirol für die ladinische Minderheit erscheint. Der „Prof. Claus Gatterer-Preis“ ist mit 5.000 Euro dotiert und wird heuer Ende Juni im Gardertal in Südtirol verliehen werden.

Mag. Ursula Scheidle wurde 1973 in Innsbruck geboren. Sie arbeitet als freie Journalistin, Radiosprecherin und Schauspielerin. Nach ihrem Studium der deutschen Philologie und der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien erlangte sie zusätzlich die Schauspielreife. Als Autorin widmet sie sich sowohl künstlerisch als auch journalistisch vor allem dem Themenbereich Flucht, Asyl, Fremd-Sein und Identität.

Arno Aschauer wurde 1952 in Wien geboren. Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in der Abteilung Regie. Seit 1975 Mitarbeiter des ORF. Aschauer unterrichtet Drehbuch/Schauspiel und Regie an der Universität Wien, Drehbuchschule Stuttgart, Internat. School für Design Köln und vielen anderen. Im Mittelpunkt einer Arbeit steht der Mensch in seiner Einzigartigkeit und mit seinen schöpferischen Ressourcen unabhängig von seiner Herkunft und soziokulturellen Prägungen.

Die ausgezeichnete Sendung

Das Radiofeature „Was lange gärt wird endlich Wut/Protokoll eines Asylverfahrens“ ist eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Integration Made in Austria“, sowohl im privaten, als auch im halb-öffentlichen Bereich einer lokalen Kirchengemeinde. Die Recherchen zu dieser am 28. Mai 2011 auf Ö1 ausgestrahlten Sendung begannen im März 2010. Der opportune Umgang der Bundesregierung, insbesondere des Bundesministeriums für Inneres mit dem Bleiberecht, der Europäischen Menschenrechtskonvention, sowie vor allem der UN-Kinderrechtskonvention machte eine vollinhaltliche, viele Monate dauernde Recherche in diversen Gesetzestexten notwendig. Zugleich musste der aktuelle Fall der Familie Maksuti aus Gjakova/Kosovo verfolgt werden. „Diese journalistische Beharrlichkeit, die Ausdauer und der Mut der Radiomacher, wird mit dem heurigen Prof. Claus Gatterer-Preis ausgezeichnet“, so die Begründung der Jury.

Ehrende Anerkennung an ladinische Wochenzeitung

„La Usc di Ladins“ (Die Stimme der Ladiner), erscheint wöchentlich in Südtirol für die ladinische Minderheit. Die „Usc“ ist in der Südtiroler Medienlandschaft und wohl auch überregional eine singuläre Erscheinung. Sie ist das einzige Medium, das eine unabhängige, seriöse, detaillierte und kritische Information für alle Ladiner der Dolomiten anstrebt. Die Zeitschrift ist unabhängig von allen politischen Parteien und wird von einem Verein, der „Union Generela di Ladins dla Dolomites“ herausgegeben. „La Usc di Ladins verfolgt einen kritischen und eigenständigen Journalismus in Südtirol. Sie ist als ein Medium einer Sprachminderheit den Subjekten und Objekten ihrer Berichterstattung besonders Nahe und hat trotzdem die notwendige journalistische Distanz bewahrt“, begründet Juryvorsitzender Fred Turnheim die Entscheidung.

Mitglieder der heurigen Jury des „Prof. Claus Gatterer-Preises“ waren: Fred Turnheim (Vorsitzender), Zoran Dobric (Preisträger 2011), Christoph Franceschini, Helmuth Kletzander, Kurt Langbein, Mag. Christiane Laszlo, Edith Meinhart und Dr. Walther Werth.

Der Prof. Claus Gatterer-Preis wird jährlich vom Österreichischen Journalisten Club (ÖJC) an sozial engagierte, hervorragende österreichische und Südtiroler JournalistInnen verliehen. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. Finanziert wird der Preis vom Rennerpreis-Kuratorium und dem Gatterer-Preis-Fonds.

Das mit dem Gatterer-Preis 2012 ausgezeichnete Radiofeature „Was lange gärt, wird endlich Wut/Protokoll eines Asylverfahrens“ wird am Samstag, 12. Mai 2012 um 9.05 Uhr in der Sendung Hörbilder auf Ö1 wiederholt.

Kommentar hinterlassen