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Der Börsianer rankt die 50 besten Wirtschafts- und Finanzjournalisten Österreichs

Das Magazin hat zum zweiten Mal nach 2013 erhoben, wer trotz oder gerade wegen der aktuellen Herausforderungen als Wirtschafts- und Finanzjournalist noch außergewöhnliche Leistungen erbringt.

Zunehmende Volatilität in der Wirtschaft und auf den Märkten betrifft nicht nur Fondsmanager und Banker. Sie birgt auch Herausforderungen für die journalistische Arbeit. Mangelnde Ressourcen in Redaktionen zwingen Journalisten dazu, sich ein noch breiteres Wissen anzueignen. Fachexpertise allein reicht nicht mehr. Wirtschafts- und Finanzjournalisten müssen heute Allrounder sein und sich in den unterschiedlichsten Bereichen profilieren. Zeitdruck zwingt jedoch auch die besten Journalisten dazu, sich gelegentlich auf den Inhalt der Presseaussendungen zu verlassen. Nur zu oft wird die Nähe zwischen PR-Agenturen und Journalisten kritisiert. Auf dem heimischen Journalistenparkett ist wenig Platz und dieser ist deshalb umso härter umkämpft. Das Magazin „DerBörsianer“ hat zum zweiten Mal nach 2013 herausgefunden, wer trotz oder gerade wegen dieser Herausforderungen als Wirtschafts- und Finanzjournalist noch außergewöhnliche Leistungen erbringt und Leser sowie Branchenkollegen mit seiner Leistung beeindruckt. Die Besten des Landes konnten sich dazu gegenseitig bewerten und setzten ein Zeichen für qualitätsvollen Journalismus.

Michael Nikbakhsh führt die Liste an

Kritisches Denken scheint sich auszuzahlen. Zum wiederholten Male holt sich der „profil“-Redakteur Michael Nikbakhsh den ersten Platz (Platz 1) im Ranking der wichtigsten Wirtschafts- und Finanzjournalisten Österreichs. Dem Aufdecker der Meinl-Affäre und Träger diverser Journalistenpreise konnte auch der Skandal rund um seine Berichterstattung zur vermeintlichen Geldkuvertübergabe zwischen Hans Niessl und Manfred Swarovski nichts anhaben. Er bietet als einziger Topmagazinjournalist den Tageszeitungen Parole und fragt selbst dort noch nach, wo es vielen schon zu heiß ist. Dicht auf den Fersen sind ihm weitere zwei „alte Hasen“ des österreichischen Printjournalismus. Über den zweiten Platz und den Einstieg in die Top 3 darf sich Renate Graber (2) von der Tageszeitung „Der Standard“ freuen. Platz drei wird vom „Presse“-Redakteur Josef Urschitz (3) belegt. Die starke Akzeptanz und Treue gegenüber Printmedien zeigt sich zwar noch deutlich. Onlinejournalismus holt aber mehr und mehr auf. So schafft es Lukas Sustala (11) nicht nur als Topaufsteiger von Platz 45 auf Platz 11, sondern reiht sich mit anderen Kollegen in die Riege der Wirtschafts- und Finanzjournalisten ein, die für Onlinemedien recherchieren und schreiben

Auf- und Absteiger

Wie der nzz.at-Redakteur Lukas Sustala, ehemals beim „Standard“, gehören auch Boris Groendahl (von 25 auf 9), Georg Ransmayr (von 32 auf 17), Martin Kwauka (von 20 auf 10) und Julia Kistner (von 30 auf 21) zu den besten Aufsteigern des Rankings. Sie haben bewiesen, dass sich Qualität und Objektivität auszahlen. Auf dem absteigenden Ast befinden sich dafür sogar frühere Topplatzierungen wie Esther Mitterstieler (von 9 auf 43). Die ehemalige Chefredakteurin des „Wirtschaftsblatt“ wechselte erst vor kurzem zu „News“ und muss dort wohl erst überzeugen. Zu den weiteren Absteigern zählen: Dietmar Mascher (von 24 auf 46), Helmut Kretzl (von 22 auf 39), Anita Itzenthaler (von 28 auf 45) und Robert Gillinger (von 6 auf 16).

Nichtsdestotrotz dürfen sich zwei Damen über den höchsten Neueinstieg freuen. Eva Komarek (13) vom „Wirtschaftsblatt“ schaffte es gemeinsam mit Angelika Kramer (19) auf Anhieb unter die besten 20. Kleine Notiz am Rande: Sie gewinnt damit das Familien- und „Forbes Austria“-Duell gegen ihren Partner Hans Weitmayr (37). Auch auf Agenturenseite hat sich der Wind gedreht. So hat Bloomberg mit Boris Groendahl (9) erstmals die Austria Presse Agentur mit Stefan Proksch (26) in Österreich geschlagen. Das Ergebnis des Rankings zeigt erneut deutlich, dass sich Qualitätsmedien und guter Journalismus auch im Zeitalter der Schnelllebigkeit durchsetzen und Boulevardisierung im Wirtschafts- und Finanzbereich keine Rolle spielt.

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