„CEO von Grayling zu sein, fühlt sich gut an und ist sicherlich der Höhepunkt in meinem bisherigen Berufsleben.“

28

August

2014

Sigrid Krupica, Neo-CEO der Wiener PR-Agentur Grayling Austria, im »OBSERVER«-Interview

OBSERVER: Sie fungieren seit Anfang Juli als CEO von Grayling Austria. Gratulation! Wie fühlt es sich an, für die größte und honorarumsatzstärkste Agentur des Landes alleinverantwortlich zu sein?

Sigrid Krupica: Vielen Dank! CEO von Grayling zu sein, fühlt sich gut an und ist sicherlich der Höhepunkt in meinem bisherigen Berufsleben. Ich verspüre viel Energie und große Vorfreude für die neue Aufgabe, gleichzeitig weiß ich diese einmalige Chance sehr zu schätzen. Ich kann mich auf meine langjährige Erfahrung in der Geschäftsführung sowie auf meine kompetenten Senior Beraterinnen und Berater stützen und freue mich darauf, die Nr. 1-Agentur des Landes in eine neue Ära zu lenken.

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Sigrid Krupica fungiert seit Juli 2014 als CEO der Wiener PR-Agentur Grayling Austria: „Besser werden können wir immer. Neues lernen auch. Gerade das macht unseren Job so spannend und abwechslungsreich. Was sich in den nächsten Wochen und Monaten bei Grayling konkret ändern wird, erarbeite ich im Detail gerade gemeinsam mit meinem Team.“ (Foto: © Grayling/Peter Rigaud)

OBSERVER: Unterstützt werden Sie in Ihrer Rolle als CEO laut Presseaussendung von Jan Simunek, CEO von Grayling CEE, CIS und Russland. Wie kann man sich diese Unterstützung vorstellen?

Sigrid Krupica: Die Zusammenarbeit mit Jan Simunek ist eine echte Bereicherung – wie bereits die ersten gemeinsamen Wochen zeigen. Jan agiert als mein Sparring-Partner, der gezielt seine große Erfahrung mit internationaler Zusammenarbeit und länderübergreifenden Etats einbringt. Ziel ist es, Synergien in den unterschiedlichen Teams und in der Kundenarbeit zu identifizieren und zu nutzen. Wie meine anderen Kolleginnen und Kollegen im DACH-Raum und in der CEE-Region, stimme ich mich dazu mit Jan regelmäßig ab. Darüber hinaus verläuft das Geschäft an den jeweiligen Grayling-Standorten weitreichend autonom.

OBSERVER: Was hat es generell damit auf sich, dass Grayling Österreich näher an Grayling, CIS und Russland herangeführt wird und Jan Simunek die Verantwortung für Grayling in der DACH-Region übernimmt?

Sigrid Krupica: Um die internationale Zusammenarbeit zu fördern, sind die weltweit insgesamt 54 Grayling-Standorte bereits seit Jahren in übergeordnete Regionen eingeteilt. Die Zusammenführung von den DACH-Ländern mit Ost- und Südosteuropa beruht auf der wirtschaftlich engen Verbindung dieser Märkte. In Wien befinden sich zudem die Headquarters einer ganzen Reihe von Unternehmen, die in CEE, CIS und Russland tätig sind.

OBSERVER: Ihre beiden Mitstreiter in der Geschäftsführung, Sepp Tschernutter und Bernhard Hudik, werden die Agentur nach 20 bzw. 17 Jahren verlassen. Laut BESTSELLER-PR-Agentur-Ranking ist Grayling Austria mit einem Honorarumsatz von 6,75 Millionen Branchenleader in Österreich, musste aber gegenüber dem Vorjahr (2012) eine Einbuße von 7 Prozent hinnehmen. Ist der Weggang von Tschernutter und Hudik in irgendeinen Zusammenhang zu den Einbußen zu setzen oder ging es Grayling International um eine Verschlankung der Führung und somit auch um eine Kostenersparnis?

Sigrid Krupica: Sepp Tschernutter und Bernhard Hudik verlassen Grayling in Freundschaft und aus rein persönlichen Gründen. Beide möchten nach Jahrzehnten in der gleichen Agentur neue Wege gehen. Eine völlig nachvollziehbare Entscheidung. Das zeigen mir auch die Rückmeldungen, die ich seit dem Wechsel erhalten habe – sowohl das lokale und internationale Grayling-Team als auch unseren Kunden verstehen diesen Schritt.

OBSERVER: Noch einmal zurück zum BESTSELLER-PR-Agentur-Ranking: Grayling Austria liegt im Ranking für 2013 deutlich vor Ecker & Partner und Rosam Change Communications. Wird die Agentur die Nummer-1-Position aus heutiger Sicht (August 2014) auch 2014 behaupten können?

Sigrid Krupica: Ich kenne natürlich nicht die aktuellen Zahlen vom Mitbewerb, aber was unsere Ziele für 2014 anbelangt, liegen wir sehr gut im Plan.

OBSERVER: Wenn Sie 2013 revuepassieren lassen: Worauf ist das Honorarumsatzminus von 7 Prozent zurückzuführen?

Sigrid Krupica: Wir haben 2013 besonders viele Ausschreibungen gewonnen und keinen signifikanten Kunden verloren. Gleichzeitig haben einige unserer Kunden aufgrund der weiterhin angespannten wirtschaftlichen Lage ihre Etats reduziert. Der scheinbar unaufhaltsame Trend zu mehr Leistung für weniger Honorar hat mit Sicherheit auch eine Rolle gespielt.

OBSERVER: Sony PlayStation, Tante Fanny, Western Union und Deloitte zählen zu den wichtigsten Etatgewinnen 2013. Welche Etats wurden 2014 schon dazu gewonnen und von welchen Etats musste man sich trennen?

Sigrid Krupica: Mit dem Gewinn von AMS und klima:aktiv ist es uns gelungen, gleich zwei wichtige Etats zu verteidigen beziehungsweise auszubauen. Zu den ganz neuen Kunden gehören unter anderem das Reiseportal checkfelix und Hilton Hotels. Die Zusammenarbeit mit ÖkoBusinessPlan Wien läuft mit Mitte des Jahres aus.

OBSERVER: Wofür steht Grayling Austria generell, was kann Grayling Austria besonders gut und was unterscheidet die Agentur von anderen Anbietern im Bereich PR/Public Affairs in unserem Lande?

Sigrid Krupica: Grayling bietet das komplette Spektrum an Kommunikationsberatung an – von Unternehmenskommunikation über Marken und Digital PR bis hin zu interner Kommunikation oder Krisenkommunikation. Unsere internationale Anbindung besteht nicht bloß aus einem losen Affiliate-Vertrag: Alle Grayling Büros sind zu 100 Prozent Töchter der weltweiten Gruppe. Dadurch können wir unseren Kunden lokales und globales Know-how aus einer Hand liefern und die lückenlose Betreuung von länderübergreifenden Etats sicherstellen.

OBSERVER: Was soll Grayling Austria unter Ihrer Leitung auszeichnen? Wo gibt es bei Grayling Austria eventuell Verbesserungspotenzial?

Sigrid Krupica: Besser werden können wir immer. Neues lernen auch. Gerade das macht unseren Job so spannend und abwechslungsreich. Was sich in den nächsten Wochen und Monaten bei Grayling konkret ändern wird, erarbeite ich im Detail gerade gemeinsam mit meinem Team. Nach dieser Analyse- und Planungsphase werden wir alle wichtigen Neuigkeiten bekanntgeben.

OBSERVER: Das Aufgabengebiet von PR-Agenturen hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten deutlich vergrößert. Parallel dazu ist auch die Notwendigkeit, sich in den Geschäftsfeldern der jeweiligen Kunden, tiptop auszukennen, gewachsen. Ist die im Vergleich zu ihren Mitbewerbern hohe Mitarbeiterzahl der Komplexität des PR-Geschäfts und der Diversität ihrer Kunden geschuldet?

Sigrid Krupica: Nicht nur, aber auch: Die große Bandbreite unserer Kunden und Kommunikationsdienstleistungen setzt ein vielseitig aufgestelltes, top ausgebildetes Team voraus. Gleichzeitig ermöglichen wir es vielen in unserer Agentur freiberuflich oder Teilzeit zu arbeiten – daher das große Team. Diese Flexibilität kommt gut an und ist ein wichtiger Faktor für unser ausgezeichnetes Betriebsklima.

OBSERVER: Digitale Kommunikation in den unterschiedlichsten Spielarten ist aktuell eine der größten Herausforderungen für PR-Agenturen. Nicht zuletzt, weil man sich die Kommunikationskompetenz nicht von Digitalagenturen in den unterschiedlichsten Ausprägungen, abspenstig machen will. Wie ist Grayling Austria im Bereich Digitale Kommunikation aufgestellt und wie reicht das Angebotsspektrum der Agentur für Kunden?

Sigrid Krupica: Unser Angebotsspektrum ist breit, wir trennen nicht zwischen On- und Offline-Kommunikation, sondern denken und arbeiten integriert. Media Relations sind auch Blogger Relations und Reputation spiegelt sich ebenso in Search Results, Twitter-Diskussionen oder in Konsumentenmeinungen auf Facebook. Ganz offensichtlich haben die Kunden auch Vertrauen in unsere Digital-Kompetenz. Inzwischen gibt es kaum einen Kunden für den wir Online nichts umgesetzt haben.

OBSERVER: Gehen Sie eigentlich davon aus, dass Sie Tschernutter und Hudik bald als Konkurrenten in einer neuen oder jeweils eigenen PR-Agenturen gegenüberstehen? Oder sehen Sie die beiden eher auf Unternehmensseite?

Sigrid Krupica: Ich bin mir sicher, dass die beiden der Kommunikationsbrache erhalten bleiben, in welcher Form wird sich erst herausstellen.

OBSERVER: Das Image der heimische PR-Agenturbranche hat durch Affären und Usancen von Agenturen wie jener von Peter Hochegger und Gernot Rumpold stark gelitten. Vieles wurde vermischt, alle wurden in einen Top geworfen. Ist das Image aus Ihrer Sicht wiederhergestellt?

Sigrid Krupica: Dieser Imageschaden ist Schnee von gestern. Die Branche steht jetzt – in Österreich wie international – vor ganz neuen Herausforderungen. Durch die Krise der klassischen Medien schwächelt der kritische Journalismus und die Macht der PR wird völlig zu Recht hinterfragt. Ich bin mir allerdings sicher, dass sich dieses Ungleichverhältnis über Zeit wieder auflösen wird.

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Sigrid Krupica, CEO der Wiener PR-Agentur Grayling Austria: „Die Zusammenführung von den DACH-Ländern mit Ost- und Südosteuropa beruht auf der wirtschaftlich engen Verbindung dieser Märkte.“ (Foto: © Grayling/Peter Rigaud)

Kommentare zu diesem Artikel

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