Campaigning Summit: Wirksame Kampagnen durch Movement Campaigning

27

Januar

2012

Erstmals ging in Wien ein Campaigning Summit über die Bühne.

„Wirksame Kampagnen durch Movement Campaigning“ präsentiert Veranstalter Philipp Maderthaner beim ersten Campaigning Summit 2012 Wien – gemeinsam mit nationalen und internationalen Speakern. Den Anfang machte Maderthaner selbst, der in das Thema einführte. Die DNA einer politischen Kampagne setzt sich laut dem Mann hinter der Superpraktikanten-Kampagne aus Momentum, Leadership, einer Story und Empowerment zusammen. Eine Kampagne braucht also eine überzeugende Führung, aktivierende Kommunikation und involvierende Organisation. Viele Social Media-Aktionen schaffen Maderthaner zufolge  überzeugende Führung und aktivierende Kommunikation auf die Beine zu stellen. Woran es allerdings mangelt ist in vielen Fällen: die  involvierende Organisation, also das Empowerment. Was es vor allem braucht: Die Ziele müssen dabei für alle nachvollziehbar definiert werden und ex post dargestellt werden. Und noch eines strich Maderthaner heraus: Sehr wichtig ist der erste Follower. Ohne erster Follower ist alles nichts!

Niko und das Nudelsieb

Über seine Laizismus-Initiative plauderte Super-Fi-Chef Niko Alm. Weil er es mit dem Nudelsieb am Kopf nicht nur in die heimischen Medien, sondern auch in die BBC schaffte: 50 Interviews musste Alm nach der Geschichte mit dem Nudelsieb auf dem Führerscheinfoto geben, wie er beim Campaigning Summit berichtete. Hintergrund der ungewöhnlichen Kampagne, die sich zum einem gewissen Zeitpunkt verselbständigte, ist Alms Anliegen, Kirche und Staat klar zu trennen.

Occupy Stuttgart!

Dritter Programmpunkt beim Campaigning Summit war Christoph Bieber von der NRW School of Governance, der seinen Vortrag „Stuttgart 21 – Widerstand auf Knopfdruck“ benamste. Laut Bieber sind die jüngsten Protestaktionen, die ihren Ursprung via Web und Mobile nehmen, beispielgebend für die politische Kommunikation. Zu Beginn, in der Anbahnungsphase, spielte bei „Stuttgart 21“ vor allem die Webplattform eine ganz wichtige Rolle. Ein Treiber war dabei vor allem die konkrete Zahl an Fans, die das Thema befürwortete. Das Hashtag spielte wie etwa auch bei Occupy Wallstreet eine wichtige Rolle als Icon und als Marke. Als ein entscheidendes Element erachtet Bieter „niederschwellige Mitmach-Angebote“ wie Like-Buttons, die aber trotzdem ein Wir-Gefühl bewirken und zum weiterführenden Mitmachen ermutigen.

Die infrastrukturellen Rahmenbedingungen

Alexander Oswald, Head of Marketing CEE bei Nokia, referierte beim  Campaigning Summit über die Chancen geografischer Vernetzung durch Social, Local und Mobile. Oswald brachte einige Zahlen, Daten und Fakten zur Nutzung von Mobile und Sozialen Netzwerken: Allein in Österreich sind bereits 50 Prozent aller Handynutzer stolze Besitzer eines Smartphones. Die infrastrukturellen Rahmenbedingungen für Campaigning sind somit gegeben. Wobei Campaigning nicht nur eine „Waffe“ für einige wenige ist, sondern für jedermann. Mittels Smartphone kann jeder seine eigenen Campaigns lancieren: als auch dann, wenn der Strand des eben bezogenen Hotels verdreckt ist und man möchte, dass eben dieser Strand gereinigt wird. Abschließend zeigte Oswald anhand einiger Beispiele auf, dass „die da draußen die Macht haben“ und dass die Zeiten, wo man als Marke oder Unternehmen die Konsumenten „anschreien“ kann, endgültig vorbei sind.

Die Speaker des ersten Campaigning Summit: Ein zweiter solle 2013 folgen.

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