Besser ohne Kopierschutz

01

April

2007

EMI und iTunes machen es ohne.Die Musikindustrie war der starke Motor hinter der Einschränkung der Kopien zum eigenen Gebrauch in der neuen digitalisierten Welt des Internet und bescherten die EU mit einer problematischen Richtlinie. Nun rudern die ersten zurück.
Technische Maßnahmen, die bestehende Rechte des Einzelnen beschneiden, sind umstritten und mussten mit einer eigenen Norm geschützt werden. Es gibt Juristen, die sich über einen Musterprozeß zu dem Thema Kopie zum eigenen Gebrauch und Kopierschutz freuen würden und richtiggehend zum geklagt werden auffordern. Doch nichts ist passiert.

Auch konnten die Kopien zum eigenen Gebrauch nicht verhindert werden. Viel mehr hat die Musikindustrie ihre Kunden verprellt, weil plötzlich die CD nicht mehr im Autoradio lief oder der PC sie nicht mehr lesen konnte. Je größer die Schwierigkeiten, umso schneller gingen die Kunden ins Internet und stellen ihre eigenen Alben zusammen, statt CD-Alben zu erwerben.

Vielfach geblieben sind auch beim erfolgreichsten Bezahl-Musik-Download iTunes die technischen Probleme und lästigen Nutzungseinschränkungen für den redlichen Erwerber.

Jobs nächster mutiger Schritt

Und wieder war es Steve Jobs, der den nächsten richtigen Schritt setzt. Er zeigte schon der Musikindustrie wie man heute Musik verkauft und tut es nun wieder – gemeinsam mit dem Label EMI.

Wer keine Einschränkungen haben will, der zahlt einfach ein wenig mehr (1,30 € statt 0,99 €). Dafür erhält er nicht nur teuer entwickelte Schutzmaßnahmen weniger, sondern auch noch bessere Klangqualität und eine problemlose Abspielbarkeit auf sämtlichen Geräten.

Apple schadet eventuell mit diesem Schritt seinem eigenen Abspielgerät iPod, aber dieses sollte durch seine technischen Möglichkeiten und sein Image Käufer finden und nicht durch die iTunes-Bindung.

Bedeutung für die Urheberrechts-Debatte

Vor dem Urheberrecht sind (fast) alle Werke gleich. Werke der Literatur und Zeitungsartikel sind den gleichen Regulatorien unterworfen wie Musik. Im analogen Bereich ist die Kopie zum eigenen Gebrauch unverändert unbeschränkt. Doch seit der Erfindung des Emails ist hier noch viel mehr digital die aktuelle Technik. Zukünftige Lizensierungsmodelle für die massenhafte Nutzung von Schriftwerken – wie bei Zeitungsartikeln, werden sich wohl an der Musikindustrie ein Beispiel nehmen.

Der User bekommt damit für einen geringen Aufpreis sehr viel – vor allem mehr Rechtssicherheit durch klarere und einfachere Regeln. Für die Lizenzgeber fallen viele Aufwände weg, die den Gesamtertrag trotz Einräumung von mehr Rechten, steigen lassen. So wie nur ein Bruchteil der Käufer Ihren Lieblingssong auf 27 Abspielgeräten hören wollen und der ganzen Familie zur Verfügung stellen, verteilen in der overnewsden Gesellschaft auch nicht alle ihre Clippings an unzählige potentielle Leser.

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