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Florian Laszlo (»OBSERVER« GmbH) tauschte sich beim Business Breakfast von Ecker & Partner mit Kevin Bell (Burson-Marsteller) über die Auswikrungen des Brexit sowie die damit verbundenen Veränderungen im Kommunikationssektor aus.

Brexit aus der Sicht des Agentur-CEO

Kevin Bell, der weltweite Präsident des Kommunikationsnetzwerkes Burson-Marsteller, beehrte die Wiener Partner-Agentur Ecker & Partner und referierte und diskutierte zum nahe liegenden Thema Brexit, wobei die Meinung des Publikums ungewöhnlich einmütig war.

In der Einschätzung von Kevin Bell agieren die Konservativen schnell und brutal. Premierministerin May weiß, dass sie ohne einen Wahlkampf in die Position kam und eigentlich für Remain Stimmung gemacht hat, aber eine „kalkulierende, effiziente und irgendwie kalte Dame ist. Sie ist nicht populär, aber effizient.“ Bell blieb auch auf der Linie der Tories, dass das Vereinigte Königreich die EU, aber nicht Europa verlassen will und eine große Zuneigung zu Europa hegt. Eine Lehre für die Kommunikation aus dem Brexit zieht er so: „Rufe nicht zu einem Referendum auf, wenn Du es verlieren könntest.“

Der Brexit und Trump sind schlecht für die Liberalen, aber gut für das einfache Volk, die gesehen haben, dass sie ihrer Meinung Gehör verschaffen können. Die „Stahlarbeiter bei Nissan in Sunderland“ konnten sich gegen die Eliten durchsetzen. Die Gefahr, dass gerade sie die ersten sind, die unter dem Brexit leiden, sieht Bell nicht. Die Zukunft liegt ohnehin in Asien – mit China und Indien. Nun kann England mit diesen direkt verhandeln und Handelsabkommen schließen und muss nicht auf die EU warten. Dass die Beamten mit dem nötigen Fachwissen aus Kanada und Neuseeland geschickt werden, sieht er nicht als Problem. Apropos England oder Klein-Britannien. Auf eine Frage antwortete Bell, dass er bei Schottland keine Sorgen habe, aber in Nordirland könnte eine Abstimmung für die Vereinigung mit Irland ausgehen. Die möglichen Auswirkungen dessen wurde nicht weiter diskutiert und an Gibraltar dachte zu dem Zeitpunkt noch niemand.

Für die Kommunikationsbranche sieht er den politischen Populismus als neue starke Kraft, die gestaltet. Niemand respektiert oder mag Politiker und der Konsument hat sich daran gewöhnt Entscheidungen treffen zu können. Das funktioniert jetzt auch als Wähler, wo die schnellen Informationsflüsse mehr Transparenz und schwerer vorhersagbare Auswirkungen bedeuten. Die Populisten hatten einfach auch die digital affineren und fähigeren Mitarbeiter, die die Möglichkeiten des Netzes ausnutzten.

Ecker & Partner Business Breakfast:

Aktuelle Themen von gesellschaftlicher und politischer Relevanz werden bei Ecker & Partner regelmäßig im Rahmen des „Business Breakfast“ erörtert. In informeller Atmosphäre haben die eingeladenen Gäste ausreichend Gelegenheit zur Diskussion und zum persönlichen Austausch mit interessanten Persönlichkeiten und hochkarätigen Expertinnen und Experten als Vortragenden.

BusinessBreakfast EckerPartner

Kevin Bell (Burson-Marsteller) und Nicole Bäck-Knapp (Ecker & Partner)