Anatomie der Schrift

27

Mai

2011

Das gedruckte Wort hat auch durch das Web, iPads und dergleichen nicht an Reiz verloren. Es wird das haptische Erlebnis mit der Zeitung beschworen und als „wahrer“ Mediengenuss hochgelobt. Das Zeitungspapier unterscheidet sich von Wickelpapier aber vor allem durch die gedruckten Buchstaben.

Die Kunst des Buchdruckes, dem kunstvollen Aneinanderreihen von Buchstaben unterschiedlichster Form und Gestaltung, ist die Wiege des Wissens der Welt und dessen Verteilung. Sie ist aber auch eine Wiege der Kultur und des künstlerischen Ausdrucks. Unzählige Schriften und Schriftarten haben sich seit Johannes Gutenberg entwickelt und sind im Kontext zu der Kunst der Zeit und der Weltgegend entstanden.

Der für seine opulenten Großformate bekannte Taschen-Verlag gibt es hier in kompakterer Ausgabe (16,8 x 24 cm), aber nicht minder schön gestaltet. Letterfontäne erzahlt die Anatomie der Schrift jedes Buchstabens und dessen Entwicklung. Das Buch ist ein Nachdruck auf deutsch der niederländischen Originalausgabe, die 2010 den red-dot design award erhielt.

Wer mittels Text kommuniziert und das gedruckte Wort auf jeglichem Träger schätzt, insbesondere die nicht-elektronischen, sollte dieses Buch im Regal haben. Es dient gleichermaßen kontemplativen Auseinandersetzung mit dem schriftlichen Ausdruck, wie als Nachschlagewerk für dringende Fragen (144 Seiten Glossar). Ein ausführlicher Bericht folgt noch in diesem Blog.

Graphiker freuen sich zudem über die verborgenen Shortcuts auf Ihrer Apple-Tastatur und die Umrechnungstabellen zwischen vier Maßsystemen.

Ein erster Blick auf die Seiten sei hier gewährt.

Kommentar hinterlassen