PR-Ethik-Rat fordert Aufklärung fragwürdiger ÖBB-Inserate

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19

September

2011

Angesichts der aktuellen Diskussion über angebliche ÖBB-Inserate im Auftrag der öffentlichen Hand fordert der PR-Ethik-Rat politische Entscheidungsträger, Unternehmen, Institutionen, Agenturen und Medien auf, bei Medienkooperationen auf volle Transparenz und die Einhaltung ethischer Richtlinien zu achten.

Für volle Transparenz bei Medienkooperationen sowie die lückenlose Aufklärung der Vorwürfe bezüglich der angeblich vom damaligen Infrastrukturminister Werner Faymann beauftragten ÖBB-Inserate spricht sich der Österreichische Ethik-Rat für Public Relations aus. Generell, so der Vorsitzende des Ethik-Rats, Wolfgang R. Langenbucher, sei es in den vergangenen Jahren leider üblich geworden, Meinung zu kaufen. Nicht oder mangelhaft gekennzeichnete bezahlte Einschaltungen, Gegengeschäfte und Gefälligkeitsberichterstattung seien aber kein Kavaliersdelikt, sondern ein Verstoß gegen die einschlägigen Gesetze, die ethischen Kodizes der Kommunikationsbranche sowie den Qualitätsjournalismus. Die Öffentlichkeit dürfe nicht getäuscht werden. Sie habe ein Anrecht darauf, zu erfahren, wer hinter einer Botschaft stecke, so Langenbucher.

Der PR-Ethik-Rat, der sich seit seiner Gründung vor drei Jahren intensiv mit dieser Materie beschäftigt, weist darauf hin, dass solche Praktiken – abgesehen von möglichen rechtlichen Aspekten – aufgrund der Täuschung der Medienkonsumenten jedenfalls gegen die ethischen Grundsätze der  Kommunikations- und der Medienbranche verstoßen. 

Langenbucher: “Leser und Seher haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer der Absender einer bezahlten Einschaltung ist, ob in Printmedien, Radio und Fernsehen oder im Internet. Nicht gekennzeichnete bezahlte Beiträge, verdeckte Inserate und Gefälligkeitsberichterstattung jeder Art täuschen den Konsumenten und untergraben damit die wichtige Funktion der Medien in einer demokratischen Gesellschaft.” Die Verantwortung für ethisch korrektes Handeln liege dabei gleichermaßen bei den Auftraggebern, den Agenturen und den Medien. Niemand könne sich hier aus der Verantwortung stehlen.

Der PR-Ethik-Rat appelliert an alle Beteiligten, ihren Beitrag zu leisten, um zu einer korrekten Vorgangsweise zurückzukehren. Von den politischen Entscheidungsträgern könne darüber hinaus erwartet werden, durch eigenes transparentes Verhalten ein Klima zu schaffen, das fragwürdige Praktiken nicht weiter begünstigt oder gar zur Nachahmung anregt.

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